Bewerberlügen – so schummeln Bewerber

bewerberluegen - so schummeln bewerber

Bewerbungen schreiben ist für viele Menschen ein frustrierendes Thema. Meist muss man im Bewerbungsprozess mit vielen Absagen rechnen.

Dies verleitet den Bewerber häufig dazu, die Bewerbung etwas aufzupeppen. Hier hat dieser plötzlich statt einigen Monaten Arbeitslosigkeit, Berufserfahrung in genau der Branche, in der der Auftraggeber Mitarbeiter sucht, gesammelt.

In weitaus gravierenderen Fällen werden sogar ganze Zeugnisse gefälscht. Die A Plus Detektei Berlin berichtet in diesem Gastbeitrag aus der Praxis heraus, was man über Bewerberlügen wissen muss.

Was sind Bewerberlügen?

Bewerberlügen sind fehlerhafte Angaben in Bewerbung und Lebenslauf von interessierten Bewerbern. Die Lügen kommen häufig zum Einsatz, wenn es um die gefragte Berufserfahrung geht.

Hat ein potentieller neuer Arbeitgeber beispielsweise eine fünfjährige Berufserfahrung in dem gefragten Bereich angegeben, nutzen Bewerber dies häufig als Grundlage für die Lüge. Somit wirkt der Bewerber interessanter für den Arbeitgeber und wird nicht vom weiteren Bewerberverfahren ausgeschlossen.

In extremen Fällen sind die Lügen viel gravierender. Vor allem in Bereichen, in denen ein Studienabschluss gefordert wird, kann es passieren, dass Bewerber Zeugnisse fälschen, um an diese Art von Jobs heranzukommen, ohne je dafür studiert zu haben. Erfahrungen in den Bereichen haben diese sich meist selber angeeignet oder in anderen Firmen, die diese Lüge nicht durchschaut haben gesammelt.

Eine Studie hat erwiesen, dass 22 Prozent der Bewerber bei den Unterlagen der älteren Beschäftigungen lügen, 24 Prozent bei den Fähigkeiten und 33 Prozent der Bewerber beschönigen Ihre Fähigkeiten. Dies kann beispielsweise bei Fremdsprachen oder Computer Kenntnissen sein.

Erstaunliche 27 Prozent aller Bewerber finden es völlig in Ordnung im Bewerbungsprozess unehrlich zu sein.

Sind Bewerberlügen strafbar?

Jeder Bewerber unterliegt beim Schreiben einer Bewerbung der Wahrheitspflicht. Hier ist es dem Arbeitgeber, der dies aufdeckt selber überlassen, ob er die Lüge zur Anzeige bringt.

Handelt es sich hierbei um gefälschte Zeugnisse und Qualifikationen, ist eine Anzeige eine Option, da dies eine nicht erlaubt Handlung ist und erhebliche Folgen haben kann. Beispielsweise im medizinischen Bereich ist dies gefährlich. Ein Bewerber mit gefälschtem Zeugnis muss auf jeden Fall zur Anzeige gebracht werden.

Wo lügen die meisten Bewerber?

Auffällig ist, dass sich Bewerber in ihren Lügen häufig ähneln. Sie schwindeln besonders oft bei:

  1. Sprachkenntnissen
  2. Verantwortung bei der Mitarbeiterführung
  3. bei den Gründen für den Jobwechsel

Besonders dreiste Kandidaten schrecken aber nicht davor zurück, sich einfach Zeugnisse aus nicht existenten Arbeitsverhältnissen selbst zu schreiben. Die Vorlage zum Briefbogen ist schnell besorgt. Man schreibt hin und erhält eine Antwort. Diesen Brief scannt man ein und schon ist die Vorlage fertig, die nur noch mit Text zu bestücken ist.

Wie deckt man Bewerberlügen auf?

Wenn man als Arbeitgeber vor der Einstellung eines neuen Mitarbeiters auf Nummer sicher gehen will, ist es sinnvoll die Angaben des Bewerbers zu überprüfen. Verfügt der Personalchef über eine gute Menschenkenntnis, ist dies direkt im Bewerbungsgespräch möglich.

Über Andeutungen wie „Können wir Ihren jetzigen Arbeitgeber kontaktieren“ oder „Wir haben noch eine Frage zu einer Aussage im Arbeitszeugnis und würden gerne Ihren alten Arbeitgeber kontaktieren“, wird der Bewerber, der unehrlich ist, garantiert nervös werden oder Ausflüchte suchen.

Ein Bewerber, der bereits in den Unterlagen gelogen hat, hat meist kein Problem damit, diese Lügen im Vorstellungsgespräch oder nach der Einstellung fortzusetzen. Man kann natürlich als Arbeitgeber auch selbst zum Telefon greifen und direkt die Arbeitsstellen, die vom Bewerber angegeben wurden anrufen und mit den zuständigen Personen sprechen, sofern der Bewerber dem zugestimmt hat, Ehemalige Arbeitgeber sind unter bestimmten Umständen bereit Auskunft zu geben. Das gilt vor allem dann, wenn es sich um einen Hochstapler handelt, der nie in dem angefragten Unternehmen gearbeitet hat.

Da diese Situation jedoch für ehrliche Bewerber, die sich vielleicht noch in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinden unangenehm sein kann, da der aktuelle Arbeitgeber nichts von den Änderungswünschen des Mitarbeiters weiß, ist dies nicht praktikabel. Somit könnte man schließlich einen qualifizierten Bewerber abschrecken und dem Ruf der eigenen Firma schaden.

Eine Möglichkeit, den letztlich geeigneten Bewerbern unauffällig auf den Zahn zu fühlen, ist es, eine Detektei zu beauftragen. Detektive arbeiten professionell und können unauffällig die Informationen aufdecken, die man als Arbeitgeber benötigt.

Vorgehen beim Bewerbercheck

Die ersten Ermittlungen richten sich gegen die Bewerbung als solches. Profis prüfen das Anschreiben und den Lebenslauf. Dabei halten sie danach Ausschau, ob es zu Abweichungen kommt.

Beispiele sind Bezeichnungen der beruflichen Position und Daten von beruflichen Veränderungen. Gleiches gilt für die Anzahl der unterstellten Mitarbeiter.

Schreibt der Bewerber in seinen Lebenslauf , er sie ab einem bestimmten Zeitpunkt „Leiter“ gewesen, in dem Arbeitszeugnis ist aber nur von „Mitarbeiter“ die Rede, dann ist das ein Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt.

Überdies prüfen die Profis, ob die ehemaligen Firmen alle in dieser Form existent waren oder sind. Nicht selten ist es vorgekommen, dass Zeugnisse von Firmen falsche Anschriften enthielten, weil diese zum angegebenen Zeitpunkt einen ganz anderen Standort hatten. Auch falsche Postleitzahlen lassen hellhörig werden. Hat jemand in einem Großbetrieb wichtige Erfahrungen gemacht und das Zeugnis stammt aus dem Jahr 1992, hat aber schon eine fünfstellige Postleitzahl, so ist dieses Zeugnis sicher gefälscht.

Die Profis checken bei ihrer Arbeit, ob der Bewerber tatsächlich bei den angegebenen Firmen tätig war, oder sich per Kopierer oder Photoshop ein Zeugnis gebastelt hat.

Fazit zu Bewerberlügen

Wenn man sich bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters sicher sein will, dass dieser seriös, ehrlich und vor allem qualifiziert ist, erfordert dies eine Überprüfung der Bewerbungsunterlagen. Ein Hochstapler kann einen Betrieb im Extremfall Hunderttausende Euro und mehr an Schaden kosten und dem Ruf der Firma erheblich schaden.

In einigen Bereichen ist die falsche Angabe zu Qualifikationen sogar gefährlich. Stellt man sich vor, dass ein Arzt ohne Abschluss im OP stehen könnte, wird bewusst, wie wichtig es ist, den Bewerber zu überprüfen. Und wie wir wissen, hat es genau solche Fälle in Deutschland schon mehr als einmal gegeben.

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